Herzlichen Glückwunsch! Du bekommst ein Baby – das ist wunderbar.

Wer sagt, es gäbe keine Wunder, hat noch nie die Geburt eines Kindes erlebt.

Es passiert so viel. Ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt. Mit vielen Dingen, die es zu planen und beachten gilt: Namen, Kindergarten oder Krippenplatz, Windeln, Kleidung… und alles ist neu (beim ersten Kind zumindest). Dein Kopf dreht sich.

Eine weitere Sache, über die du dir Gedanken machen solltest ist, wie du deine Elternzeit gestalten möchtest.

Wie lange hast du Mutterschutz? Wie lange gehst du in Elternzeit? Wie lange wird das Elterngeld gezahlt? Wie sieht es mit deinen Finanzen aus?

Viele Fragen, die es zu beantworten gilt. Du kannst von Anfang an dafür sorgen, dass du deine Zeit und deine finanziellen Bedürfnisse in Einklang bringst.

Planung deiner Elternzeit:

1. Warte zunächst, bis du deiner Firma mitteilst, dass du schwanger bist

Vielleicht hast du das Bedürfnis, allen davon zu erzählen, von der großartigen Neuigkeit, dass du schwanger bist. Tu es nicht.  Zumindest nicht sofort.

Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du mindestens das erste Trimester abwarten, bis du deinen Arbeitgeber informierst. Bis dahin hast du auch genügend Zeit, um zu herauszufinden – solltest du es nicht ohnehin schon wissen – wie dein Arbeitgeber generell mit schwangeren Kolleginnen umgegangen ist. So weißt du schon im Vorfeld, was du zu erwarten hast und kannst dich entsprechend darauf vorbereiten.

Planung deiner Elternzeit:

2. Führe ein Gespräch mit der Personalabteilung

Nachdem du deine/n Vorgesetzte/n informiert hast, vereinbarst du einen Termin mit der Personalabteilung. Es gilt nämliche gewisse Regularien einzuhalten und – wie könnte es anders sein – diverse Formulare und Anträge zu bearbeiten. Auch deinen Urlaubsanspruch solltest du im Zusammenhang mit dem Mutterschutz berechnen lassen.

Besprich mit deinem Partner, wie ihr euch die Zeit nach der Geburt eures gemeinsamen Kindes vorstellt. Wer übernimmt was? Wer macht wann und wie lange Elternzeit?

Trefft möglichst klare Absprachen – es wird mit ziemlicher Sicherheit doch das ein oder andere ganz anders laufen, als ihr euch gedacht habt.

Planung deiner Elternzeit:

3. Stellt sicher, dass ihr euch die Elternzeit leisten könnt

Natürlich willst du so viel Zeit mit deinem Baby verbringen wie es geht. Aber bevor du dich auf eine Elternzeitdauer festlegst, solltest du checken wie hoch genau das Elterngeld ist und wie sich das auf deine persönlichen finanziellen Verhältnisse auswirkt. Und auch auf eure gemeinsamen finanziellen Verhältnisse.

Zeit mit deinem Baby zu verbringen ist wichtig, aber ein Dach über dem Kopf und ausreichend finanzieller Puffer ist es auch. Überprüfe deine Rücklagen, deine Ersparnisse und erstelle einen Plan wer was bezahlt und wovon.

Verdient dein Partner mehr als du? Fein, dann könnt ihr die Elternzeit sicher überbrücken.

Aber achte darauf, dass du persönlich auch in der Elternzeit und in der weiteren Kindererziehungszeit über ein eigenes Einkommen verfügst. Lass dich nicht mit gelegentlichen Zahlungen „nach Bedarf“ abspeisen. Das birgt ein großes Risiko.

So ist es mir ergangen, als ich in Elternzeit war mit der Folge, dass ich bei meiner Scheidung mit nichts dastand. Mit gar nichts.

Und wenn man Geldsorgen hat, dann fallen einem viele andere Dinge ebenfalls schwer, weil die Gedanken ständig um das (fehlende) Geld kreisen.

So hat eine Harvard-Studie gezeigt, dass wenn wir nicht über ausreichend Geldmittel verfügen – und wir sprechen hier nicht von Wohlstand oder Reichtum – wir einen großen Teil unserer Leistungsfähigkeit einbüßen. Wir konzentrieren uns zu sehr auf das Geld. Wir haben zu viele andere dringende (aber nicht notwendigerweise wichtige) Dinge zu erledigen.

Unser Selbstbewusstsein leidet, weil wir uns gar nicht mehr vorstellen können unsere Träume zu verwirklichen oder gar selbst unsere Visionen zu erschaffen.

Raus aus dem Hamsterrad

So geraten wir leicht in das berühmt-berüchtigte Hamsterrad, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Daher ist es wichtig, dass du dir schon im Vorfeld deiner Elternzeit Gedanken um deine finanzielle Situation machst, einen Plan mit deinem Partner erstellst  und dass ihr klare Absprachen trefft, wie zum Beispiel eine monatliche Gehaltszahlung.

Und auch deinen beruflichen Wiedereinstieg solltest du zumindest schon einmal andenken.

Abhängig von der voraussichtlichen Dauer deiner Elternzeit kannst du dich auch jetzt schon damit befassen, wie du deinen Wiedereinstieg in den Job gestalten willst.

Welche beruflichen Qualifikationen kannst du in der Zwischenzeit erwerben? Welche Kurse oder Weiterbildungen würdest du gern machen?

Planung deiner Elternzeit:

4. Sei proaktiv

Sobald du deinen Arbeitgeber über deine Schwangerschaft informiert hast, kannst du ihn dabei unterstützen, die Zeit ohne dich gut zu überbrücken.

So könntest du dich erkundigen, ob oder wann es eine Vertretung geben wird. Das ist natürlich abhängig von der Dauer deiner Elternzeit.

Wenn du von vornherein beschließt, die gesamten drei Jahre aus der Firma raus zu gehen, wird deine Stelle mit Sicherheit in der Zwischenzeit anderweitig besetzt werden.

Du kannst auch anbieten deine Vertretung oder Nachfolgerin einzuarbeiten. Das ist zwar eigentlich selbstverständlich, dennoch kannst du damit punkten, dass du von sich aus daran denkst und es aktiv anbietest.

Zusätzlich solltest du versuchen so viele angefangene Projekte und Arbeiten noch zum Abschluss zu bringen wie möglich, bevor du die Firma verlässt. Für alles, was noch zu Ende geführt werden muss, verfasst du dann noch möglichst einfache, verständliche Informationen, was wie zu erledigen ist.

Wenn du die Dinge proaktiv angehst, wird dir das zugutekommen, wenn du aus der Elternzeit wieder zurück in deinen früheren Job oder zu deinem früheren Arbeitgeber gehst.

Du bleibst in guter Erinnerung. Das könnte es dir auch erleichtern, flexiblere Arbeitszeiten auszuhandeln, wenn du wieder aus der Elternzeit zurückkommst. Lies dazu auch: „4 entscheidende Punkte, wenn du als Mutter wieder in den Job einsteigen willst.“

Gut geplant ist halb gewonnen. In diesem Sinne alles Gute für die Geburt und die schöne Zeit danach.

Zum Weiterlesen:

„Die 5 wichtigsten Dinge, auf die du bei der Rückkehr in den Job achten solltest“

„Kind und Karriere leichter vereinbaren: 20 entscheidende Tipps“